Im ersten Quartal dieses Jahres schwankten vor allem die Hotelpreise in Deutschland stark. Weltweit sprangen die Preise teilweise deutlich nach oben – etwa in Rio oder Mexiko-Stadt. Die wichtigsten Eckdaten vorneweg: Rio ist mit einem durchschnittlichen Zimmerpreis von 239,49 Euro weltweit am teuersten. Bangkok mit 57,97 Euro am günstigsten. In Europa steht nach wie vor Moskau mit einem Zimmerpreis von 151,90 Euro an der Spitze. Schlusslicht ist Prag mit 60,86 Euro pro Zimmer. In Deutschland sind Zimmer in Köln mit 100,67 Euro am teuersten. Am günstigsten schlafen lässt es sich für 74,97 Euro pro Zimmer in Dresden.

Zu diesen Ergebnissen kommt der Hotelpreisradar von HRS. In Deutschland entwickelten sich die Zimmerpreise im ersten Quartal 2012 sehr unterschiedlich. Den größten Anstieg verzeichnete Stuttgart mit einem Plus von zehn Prozent auf durchschnittlich knapp 93 Euro pro Zimmer und Nacht. Die baden-württembergische Landeshauptstadt profitierte von der guten wirtschaftlichen Lage in der Region. Zudem führten gut besuchte Messen wie die nur alle zwei Jahre stattfindende Intergastra zu einer deutlich gestiegenen Zimmernachfrage und damit zu höheren Preisen gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal. Anders die Situation in Frankfurt: Viele neue Hotels in der Mainmetropole drücken die Preise. Der durchschnittliche Zimmerpreis betrug in Frankfurt im ersten Quartal gut 97 Euro. Das sind rund 5,8 Prozent weniger. Damit gibt Frankfurt die Spitzenposition der teuersten Hotelstädte Deutschlands an Köln ab. Die Domstadt profitierte besonders von hohen Zimmerpreisen in der Karnevalswoche und großen Messen wie der Möbelmesse IMM oder der Süßwarenmesse ISM, die für eine hohe Zimmerauslastung sorgten.

Top 5 deutsche Destinationen (im Vergleich zum Vorjahreszeitraum)

  • Köln 100,67 Euro (- 1,34 Prozent)
  • Frankfurt 97,48 Euro, (- 5,82 Prozent)
  • Düsseldorf 97,37 Euro (- 0,31 Prozent)
  • Nürnberg 93,23 Euro (+ 5,33 Prozent)
  • Hannover 93,17 Euro (+ 2,66 Prozent)

Europaweit liegt Moskau nach wie vor an der Spitze, obwohl Wien, Paris, London und Prag zu den am häufigsten besuchten Städten im ersten Quartal gehörten. Während die Zimmerpreise in Wien mit knapp 91 Euro pro Nacht nahezu unverändert blieben, profitierten besonders London und Prag vom ungebrochenen Trend zu Städtereisen. In der diesjährigen Olympiastadt stiegen die durchschnittlichen Zimmerpreise im ersten Quartal um gut 4,9 Prozent auf 125 Euro pro Nacht. Hotelübernachtungen in Prag verteuerten sich um mehr als neun Prozent auf immer noch günstige 61 Euro pro Zimmer und Nacht. Ähnlich günstig konnten Besucher in Budapest übernachten. In der ungarischen Hauptstadt lagen die durchschnittlichen Zimmerpreise bei knapp 64 Euro pro Nacht und waren damit etwa 1,9 Prozent günstiger.

Krisen in Portugal und Athen drücken Hotelpreise

In jeder zweiten europäischen Metropole gaben die Hotelpreise nach. Am stärksten fiel das Minus mit über zehn Prozent in Oslo und knapp neun Prozent in Lissabon aus. Portugal leidet stark unter einer nationalen Wirtschaftskrise. Unter anderem das damit verbundene rückläufige Geschäftsreise-Aufkommen ließ die Hotelpreise in Lissabon auf knapp 69 Euro pro Nacht fallen. Erneut sinkende Preise ermittelte HRS auch für Athen. Die griechische Hauptstadt leidet weiterhin unter dem Rückgang bei Business Travelern und Städtereisenden, was die Hotelpreise drückte. Knapp 76 Euro mussten Athen-Reisende im abgelaufenen Quartal durchschnittlich für ein Hotelzimmer bezahlen, was ein Minus von mehr als zwei Prozent bedeutet.

Top 5 Destinationen Europa

  • Moskau 151,90 Euro (- 0,31 Prozent)
  • Zürich 144,10 Euro (- 0,02 Prozent)
  • Stockholm 126,60 Euro (+ 3,7 Prozent)
  • London 125,00 Euro (+ 4,92 Prozent)
  • Paris 119,78 Euro (+ 1,95 Prozent)

Außerhalb Europas entwickelten sich die Preise fast ausschließlich nach oben. In 18 der 20 untersuchten Städte stiegen die Preise – häufig sogar im zweistelligen Prozentbereich. Den größten Preissprung mit gut 48 Prozent erlebte Rio de Janeiro. Aufgrund des starken Wirtschaftswachstums und der im Zuge der Vorbereitungen auf die Fußball-WM 2014 verbesserten Infrastruktur steigen seit Monaten die Raten für Hotelübernachtungen am Fuße des Zuckerhuts. Mit einem Preis von durchschnittlich gut 239 Euro pro Nacht nimmt Rio de Janeiro den Spitzenplatz unter den teuersten Hotelstädten weltweit ein und übertrumpft den letztjährigen Spitzenreiter Sydney.

Papstbesuch beflügelt Geschäft in Mexiko-Stadt

Hohe Preisaufschläge von mehr als 20 Prozent verzeichnete HRS neben Rio auch für Miami, Hongkong und besonders Mexiko-Stadt. Über fallende Zimmerpreise konnten sich Reisende in Buenos Aires und Mumbai freuen. In Mumbai kostete ein Hotelzimmer mit durchschnittlich knapp 100 Euro rund 18 Prozent weniger.

Top 5 Destinationen weltweit (ohne Europa)

  • Rio de Janeiro 239,49 Euro (+ 48,33 Prozent)
  • Sydney 179,72 Euro (+ 4,64 Prozent)
  • New York 142,58 Euro (+ 5,3 Prozent)
  • Tokio 141,94 Euro (+ 15,74 Prozent)
  • Singapur 139,34 Euro (+ 6,46 Prozent)

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