Die EU-Kommission plant, die Beschränkung von Flüssigkeiten und Cremes im Handgepäck von Flugreisenden aufzuheben. Es ist der zweite Anlauf. Aus Furcht vor Flüssigsprengstoff wurden Limits für das Handgepäck eingeführt.

Maximal zehn Behälter mit je höchstens 100 Milliliter Inhalt in einem wiederverschließbaren durchsichtigen Plastikbeutel sind erlaubt. Dieser Beutel muss aus der Tasche genommen und separat durch die Handgepäck-Kontrolle laufen. Damit soll, geht es nach dem Willen der EU-Kommission, am 29. April 2013 Schluss sein.

Bereits vor einem Jahr sollte ein Teil der Flugpassagiere, nämlich die Umsteiger, von dieser Beschränkung befreit werden. Sie sollten im Sicherheitsbereich eines Flughafens erworbene Alkoholika und Kosmetika beim Umsteigen auf dem nächsten Drehkreuzflughafen mitnehmen dürfen. Dafür war bereits ein Verfahren festgelegt. Doch bei den Flughafen-Betreibern kam Nervosität auf. Es gab einfach nicht genügend Flüssigkeits-Scanner für Stichprobenkontrollen. Manche EU-Länder wollten dennoch mitziehen, andere, darunter Großbritannien und Frankreich, nicht. Es drohte ein Chaos und Ärger mit den Passagieren. Also setzte die EU-Kommission in letzter Minute die entsprechende Verordnung aus.

Inzwischen sind viele Scanner getestet worden. So stehen 200 entsprechende Scanner auf britischen Flughäfen, 80 davon in London-Heathrow. Tests hätten gute Ergebnisse beim Erkennen kritischer Flüssigkeiten ergeben. Auch die Fehlalarme hielten sich in Grenzen, schreibt der „Daily Telegraph“ mit Bezug auf das britische Verkehrsministerium.

Nun sollen alle Passagiere, auch die Einsteiger, wieder ohne den verschließbaren Ein-Liter-Beutel reisen dürfen. Aus Sicht des deutschen Flughafen-Verbands ADV wird die praktische Abwicklung dennoch eine organisatorische Herausforderung sein. Flaschen, etwa die Wasserflasche eines Passagiers, müssen weiterhin aus dem Handgepäck herausgenommen werden. Schlangen vor den Sicherheitskontrollen sind bereits heute ein zeitlich schwer zu kalkulierender Faktor für die Fluggäste. Immerhin beginnt jetzt eine zwölfmonatige Frist, in der sich die Sicherheitsbehörden und die Kontrolldienstleister auf den 29. April 2013 vorbereiten können.

www.biztravel.de

Vorheriger ArtikelHamburg-Airways: Erste Linienflüge nach Kiew
Nächster Artikelairberlin fliegt im Sommer nach Kaliningrad